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Deinkbare Farbe für LE- und LED-UV-Druck auf dem INGEDE-Symposium vorgestellt

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Deinkbare Farbe für LE- und LED-UV-Druck auf dem INGEDE-Symposium vorgestellt

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22330

Bisher lassen sich vernetzte Farben beim Deinken nur schwer entfernen

04.03.2019 – Keine bunten Punkte mehr im Recyclingpapier: Auch wenn die härtende Strahlung mit stromsparenden LEDs erzeugt wird, sind UV-Druckverfahren nicht so umweltfreundlich wie sie vermarktet werden. Sie hinterlassen bunte Punkte im neuen Papier und können so das Papierrecycling erheblich beeinträchtigen – weil sie sich kaum deinken* lassen. Das soll sich nun ändern: Auf dem INGEDE-Symposium in München stellten Thomas Glaser (Siegwerk) und Peter Hengesbach (Stora Enso) umfangreiche Untersuchungsergebnisse zu einer neuen Druckfarbe vor. Diese soll für den LED- und den Niedrigenergie-UV-Druck (H-UV, LE-UV u. a.) gleichermaßen geeignet sein wie auch für den konventionellen UV-Druck – und ist hervorragend deinkbar.

Deinkbare Farbe ist auf dem Markt
Schon 2017 begann die Kooperation von Siegwerk mit der Forschungsabteilung des INGEDE-Mitglieds Stora Enso. Inzwischen ist die deinkbare LED-UV-Farbe auf dem Markt. Doch die Entwicklung geht weiter: „Wir sehen noch mehr Potenzial“, sagt Glaser, Head of Technology Sheetfed bei Siegwerk. „Wir arbeiten an weiteren deinkbaren UV- und LED-UV-Produkten.“

Andere UV-härtende Druckfarben erfüllen die Kriterien für eine gute Rezyklierbarkeit bislang selten. Fast allen zuvor untersuchten Farben ist eine deutlich zu hohe Belastung des aufbereiteten Altpapiers mit Druckfarbenpartikeln gemeinsam, die sich beim Recycling nicht oder nur ungenügend entfernen lassen. Mit UV-härtenden Farben bedruckte Papiere können so die Deinkbarkeit ganzer Altpapierchargen beeinträchtigen.

Deshalb müssen solche UV-Drucke dort, wo sie gehäuft auf-treten (beispielsweise Druckereiabfälle), schon an der Anfall-stelle getrennt erfasst und entsorgt werden. Was jedoch einmal die Druckerei verlassen hat, kann bei Sammlung und Recycling praktisch nicht mehr erkannt und abgetrennt werden.

Pflanzenöl nicht immer gut: Druckfarben genau prüfen
Unterschiedliche Druckfarben lassen sich unterschiedlich gut deinken. Gemeinsam mit Farbherstellern wird deshalb nach Wegen gesucht, schlecht deinkbare Farben durch recycling-freundlichere Lösungen zu ersetzen. Vernetzte Farbpartikel lassen sich wegen ihrer Größe, Flexibilität oder Oberflächen-eigenschaften oft weder mechanisch (Siebe) noch per Flota-tion abtrennen. Auch manche auf Pflanzenöl basierende Farben bereiten Probleme, weil sie beim Trocknen polymeri-sieren und sich dabei fest an die Fasern klammern – das führt ebenfalls zu Schmutzpunkten im Recyclingpapier.

Ähnlich vernetzt wie UV-gehärtete Farben sind auch Flüssig-toner aus Polyethylen (HP Indigo), mit denen vor allem Foto-bücher gedruckt werden. Diese Farben sind keine Druckfarben im herkömmlichen Sinne, es entsteht vielmehr eine hauch-dünne Plastikfolie, die beim Recycling in kleine Schnipsel zerreißt, welche sich im Deinkingprozess nicht vollständig ent-fernen lassen. Diese bunten Schnipsel haben schon zu einem Schaden in einer Papierfabrik geführt – Fotobuchabfälle aus Druckereien sind seitdem im grafischen Altpapier tabu und können allenfalls zu Wellpappe verarbeitet werden.

30 Jahre INGEDE – Forschung für das Papierrecycling
Die Internationale Forschungsgemeinschaft Deinking-Technik (INGEDE) wurde 1989 als ein Zusammenschluss führender europäischer Papierhersteller gegründet. Mit dem diesjähri-gen Symposium feierte die INGEDE ihr 30-jähriges Bestehen. Ziel der INGEDE ist es, die Verwertung von hellem Altpapier (Zeitungen und Zeitschriften) zu neuem grafischem Papier und zu Hygienepapieren zu fördern und die Rahmenbe-dingungen für einen erhöhten Altpapiereinsatz zu verbessern.
(https://www.ingede.com)
* Deinking ist das Entfernen der Druckfarbe (engl. ink) aus dem Altpapier beim Papierrecycling.


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Autor

Michael Spinner-Just's picture

Michael Spinner-Just

Datum

2019-03-06 13:02