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Arabischsprachige Medien in Deutschland – Deutschsprachige Medien im arabischen Raum

Arabischsprachige Medien in Deutschland – Deutschsprachige Medien im arabischen Raum

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19895

09.05.2016 – Derzeit nimmt die Zahl der arabischsprachigen Menschen in Deutschland stark zu und damit auch die Anzahl der Medien für diese Einwanderergruppe. Wie viele Arabischsprachige hierzulande leben, ist schwer zu sagen, da sie aus über zwanzig Ländern kommen, nicht alle registriert sind oder teils schon eingebürgert wurden. Die für sie in der Bundesrepublik produzierten Medien sind sehr unterschiedlich. Viele Publikationen in arabischer Sprache haben relativ kleine Auflagen und kursieren weitgehend im Verborgenen. Zu den größeren Zeitschriften gehören "Almadina" und das "Arab Forum", die schon seit über 10 Jahren in Berlin erscheinen. Neu ist die im Dezember 2015 gegründete Zeitung "Abwab". Im Rundfunksektor gibt es zum Beispiel die Angebote der Deutschen Welle und von "Funkhaus Europa". Insgesamt, so schätzen Fachleute, existieren bei uns mittlerweile etwa 20 gedruckte und elektronische Medien mit Inhalten auf Arabisch. Genutzt werden sie allerdings nur mäßig.

Dass man umgekehrt im arabischen Raum auch deutschsprachige Zeitschriften und Hörfunkprogramme finden kann, weiß kaum einer. Sie richten sich unter anderem an Auslandsdeutsche, Touristen, internationale Geschäftsleute oder Germanistik-Studenten. Nach Untersuchungen der Internationalen Medienhilfe (IMH), des Verbandes deutschsprachiger Medien im Ausland und fremdsprachiger Medien im Inland, gibt es dort 25 Publikationen und vier Radioangebote. IMH-Leiter Björn Akstinat: "Allein in Ägypten werden 10 Magazine und Mitteilungsblätter auf Deutsch publiziert. Darunter sind beispielsweise ein christlicher Gemeindebrief, mehrsprachige Hefte für Touristen wie das "Red Sea Bulletin", Schülerzeitungen, Jahrbücher deutscher Schulen oder die allgemeine Zeitschrift "Papyrus". Sie erscheint seit 1979 alle zwei Monate. Der Umfang ist beeindruckend. Bis zu 100 Seiten kann eine Ausgabe haben. Redaktionell betreut wird das Magazin von wechselnden ehrenamtlichen Mitarbeitern. Zudem sind zwei Hörfunkprogramme empfangbar - einerseits vom Urlaubersender Robinson FM aus dem Robinson Club in Soma Bay am Roten Meer und andererseits von der internationalen Rundfunkanstalt Radio Kairo in der Hauptstadt."

Kürzlich entstand in Algerien die erste Publikation auf Deutsch: eine Veröffentlichung namens "Die Begabung" von Germanistik-Studenten an der Djillali-Liabes-Universität. In Jordanien und im Libanon erstellen die evangelischen Gemeinden Mitteilungsblätter, die nicht nur kirchliche Nachrichten bieten. Für alle, die im deutsch-arabischen Handel mitmischen, werden in Casablanca, Dubai und Tunis informative Wirtschaftsmagazine publiziert. Neben Ägypten produzieren auch Syrien und Tunesien staatliche Hörfunksendungen auf Deutsch. Die Angebote von Radio Damaskus richten sich via Internet und Kurzwelle an Interessierte in der Bundesrepublik. Radio Tunis Chaîne Internationale (RTCI) sendet auf UKW für Deutschsprachige vor Ort und übers Internet für Hörer in Europa. Obwohl der Deutsche Dienst von Radio Damaskus natürlich mit Propaganda durchsetzt ist, lässt sich aus dem Programm Wissenswertes über die Situation im Land und über die Denkweise der syrischen Regierung herausfiltern.

Wer mehr zu deutschsprachigen Medien im Ausland und fremdsprachigen Medien im Inland erfahren möchte, kann von der Internationalen Medienhilfe (IMH) unter info@medienhilfe.org kostenfrei einzelne Informationen erfragen.
(http://www.medienhilfe.org)

Autor

Michael Spinner-Just's picture

Michael Spinner-Just

Datum

2016-05-10 10:17